Mittwoch, 1. November 2017

Sonde

"Wenn du nicht isst oder auch nur hundert Gramm abnimmst, dann müssen wir dich an die Sonde hängen" (Ich blieb ohne Sonde)
Dieser Satz wurde mir entgegen geschleudert, vor ca. 3 Monaten, vielleicht auch vor 4, ich weiß es nicht, habe das Zeitgefühl verloren.
Die Sonde - eine Sache, die mir unendliche Angst bereitet, seit Jahren, egal, wie weit sie weg zu sein scheint. Und doch ist da dieser kleine Bruchteil, der sich die Sonde wünscht. Denn erst dann bin ich krank genug, richtig?
Und seitdem ist mein Leben noch mehr Achterbahn als zuvor. Ich esse "normal" (für meine Verhältnisse...regelmäßig passt wohl besser), drehe kurz durch und esse ein, zwei Tage nichts und gehe zurück zum regelmäßigen Essen. Repeat. Wieder und wieder. Immer noch auf der Jagd nach dem Rekord. Die Dünnste und Leichteste in der Klasse zu sein und auch notentechnisch Klassenbeste. Ich möchte dünner und leichter sein als Tinkerbell, ein Mädchen aus meiner neuen Klasse, die höchstwahrscheinlich ebenfalls essgestört ist. Ich möchte leichter sein als Tinkerbell und trotzdem Klassenbeste. Ich möchte nicht nur in einem die Beste sein und mich nur darauf konzentrieren. Das reicht nicht mehr. Ich brauche mehr und mehr und mehr, in dem ich die Beste sein kann. Aber auch das wird nicht reichen. Egal, was die Leute sagen.

Es ist egal, dass meine Therapeutin sagt, mein Tiefstgewicht ihr "Patientenrekord".
Es ist egal, dass ich bei einem Gewicht, das andere nicht mal unbedingt überleben, noch immer meine Tage bekomme.
Es ist egal, dass ich (vermutlich) Klassenbeste bin.
Es ist egal, dass ich auf Essen verzichte und Tinkerbell nicht.
Es ist egal, dass ich ein Buch geschrieben und (als e-book) veröffentlicht habe.
Es ist egal, dass meinen persönlichen Rekord im Deo-clean-sein aufgestellt habe.
Es ist egal, es ist egal, es ist egal.
Es reicht nicht.
Nie.
Ich bin nicht gut genug, zumindest für mich selbst.
Keine Sonde der Welt würde das ändern.

Und ich weiß nicht, warum ich das schreibe, warum das hier jemand lesen sollte, warum meine Gedanken so ein riesiges Durcheinander sind, aber das ist okay.

Ich wünsche mir noch immer die Sonde und hasse mich dafür, weil ich weiß, dass ich nicht mal für die Sonde gut/krank genug bin.

Montag, 13. März 2017

Update

Ich nehme wieder ab, mein Gewicht schwankt um die 38kg. Das Selbstverletzen ist wieder schlimmer geworden und ich greife auch noch immer wieder zum Deo. Immerhin bin ich seit 3 Monaten trocken.

Ich habe seit 2 Moanten einen Freund und auch, wenn der König (wie ich ihn hier nennen werde) mich glücklich macht, macht er mich oft unglücklich. Aber nicht unglücklich genug, um mit ihm zu Schluss machen und ich hasse mich dafür.

Ich gehöre zu niemanden wirklich dazu. Weder zu den Rauchern noch zum Gummistiefelmädchen und dem Rest noch zu den Memedudes noch zu sonst wem. Ich bin zerrissen, gehöre zu allen Gruppen dazu und gleichzeitig zu keiner.
Und ich weiß nicht, liegt es an mir? Ziehe ich mich zu sehr zurück? Oder liegt es an ihnen? Schließen sie mich irgendwie aus? Oder ist es beides? Ich hab keine Ahnung, ich weiß nur, ich vermisse meine Jungs.
 Ich vermisse es, zwischen dem Musiker, dem Kiffer, dem Raucher, dem Jungen mit den krassen Augen und so weiter und so fort zu stehen. Ich vermisse es, inmitten von den Jungs zu stehen, die laut sind, die lachen, reden, rufen, rauchen. Ich vermisse es, wie sie mich manchmal miteinbinden. Ich vermisse es, wie sie mich angucken, grinsen und fragen, ob ich eine Zigarette für sie hätte. Ich vermisse es, wie sie mich begrüßen. Ich vermisse vermisse vermisse das alles.

Und ich vermisse den Katzenjungen. Jedes Mal, wenn mir jemand wehtut oder ich nicht weiß, woran ich an der Person bin, schreit alles in mir auf, schreit nach dem Katzenjungen - denn auch, wenn er mir wehgetan hat, vermutlich mehr als je eine andere Person, weiß ich wenigstens, woran ich bin, was ich ihm bedeute. Nämlich nichts. Aber das ist okay. Irgendwie gibt mir der Katzenjunge Sicherheit. Und das bräuchte ich irgendwie. Aber das kriege ich nicht, also stürze ich mich in meine Essstörung, mein Selbstverletzen, meinen Deokonsum. Ich blocke ab, meine Eltern meinten, ich bin auf einem guten Weg, nochmal in eine Klinik zu kommen. Aber das ist mir egal. Mir ist alles egal, weil ich einfach nicht das haben kann, was ich haben will.

Montag, 21. November 2016

Solange ich das kann

Klar geht es mir gut.
Solange ich noch lachen, mich zum Lächeln zwingen kann.
Solange ich gegen meine Tränen ankämpfen kann.
Solange ich die frischen Schnitte verstecken kann.
Solange ich den Leuten ins Gesicht sehen, ihnen sagen kann Hey, hier bin ich und ich leide gerade ein bisschen und bräuchte mal jemanden, aber das ist ja auch egal, das ist schon okay so und die Leute so tun, als hätten sie nichts gehört.
Solange ich nächtelang nicht richtig schlafe, weil mein Kopf mich wach hält, und am nächsten Tag trotzdem weitermachen kann, als wäre nichts gewesen.
Solange ich meine Traurigkeit aufs klischeehafte Müde sein schieben kann.
Solange ich abnehme, mein Gewicht zumindest halte, obwohl ich "normal" esse.
Solange ich gegen den Drang ankämpfe, jemandem zu schreiben, wie beschissen es mir geht.
Solange ich meinen Schmerz ignorieren kann.
Ja, solange ich all das kann, geht es mir gut.
Die Frage ist nur, wie lange das noch gut geht.

Freitag, 11. November 2016

Es geht mir gut geht's mir schon lang nicht mehr

Melde mich auch mal wieder. Ich sollte wirklich wieder regelmäßiger bloggen...

Das Deo-Alkohol-Problem habe ich ziemlich gut im Griff. Seit drei Wochen nicht mehr getrunken, gestern zwar Deo geschnüffelt, aber war zuvor ca. 2 Wochen clean.

Aber

Ich verletze mich wieder (wesentlich öfter) selbst, meine Essstörung ist zurück, stärker denn je.
Die längste SVV-freie Zeit seit einigen Wochen beträgt drei Tage.
Ich bin längst wieder unter dem Wiedereinweisungsgewicht. Esse gar nicht oder stopfe alles in mich rein. Habe angefangen, Abführmittel zu nehmen. Und ja, ich weiß, wie schädigend das ist. Und ja, ich versuche, es möglichst nicht zu tun, aber an vielen Tagen gelingt es mir nicht.
Ich kämpfe. Tag für Tag. Meine Eltern wissen das, unterstützen mich, merken, dass ich mich selbstverletze, wissen aber nicht, wie es bezüglich meiner Essstörung ist und das macht mir Angst. Denn ich kann es relativ gut verheimlichen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es bald nicht mehr "gut genug" verheimlichen kann. 

Keine Ahnung, dieser Post macht nicht wirklich Sinn, aber ich werde ihn trotzdem posten. Vielleicht weiß ja trotzdem jemand, was ich meine.


Sonntag, 14. August 2016

Wie geht es dir? - Gut.

Wie geht es dir?
Gut.

Natürlich geht es mir gut. Je öfter ich es sage, desto mehr hoffe ich, dass es wahr wird. Dass der Placebo-Effekt eintritt, dass ich es selbst glaube und es mir wirklich gut geht. Es ist nicht mal unbedingt, dass ich andere mit meinen Problemen nicht belasten will - obwohl das auch ein Punkt ist -, ich will einfach nur, dass es mir gut geht. Mehr nicht.

Wie geht es dir?
Gut.

Aber es geht mir nicht gut.
Vor drei Wochen hatte ich nach ungefähr 3 Monaten einen SVV-Rückfall.
Und seitdem geht es bergab.
Ich schnüffle und trinke immer noch, aber inzwischen greife ich wieder öfter zur Klinge.
Früher haben Deo und Alkohol die Klinge ersetzt, jetzt ist es andersherum.
Und ich habe Angst. Angst, dass ich wieder komplett abstürze, denn ich habe (zusätzlich) wieder angefangen, Kalorien zu zählen. Während ich die eine Sucht durch eine andere ersetzte, kommt jetzt alles geballt auf mich eingestürzt, erdrückt mich, nimmt mir die Luft.
Ich will das nicht alles nochmal durchleben, vielleicht sogar noch schlimmer.

Wie geht es dir?
Gut.

Ich vermute, dass ich den Auslöser für all das kenne, aber eigentlich macht es das nicht besser.
Als ich auf JADE - also im Entzug -Wie  war, habe ich angefangen, wieder zu schreiben, habe damit eine Menge verarbeitet und das am Ende dann zu Hause abgetippt. Und das hat wohl den Absturz verursacht, denn einige Stellen sind ziemlich triggernd, auch, wenn ich wusste, worauf ich mich "einlasse". (Falls ihr Interesse habt, zu lesen - aber wie gesagt, es ist ziemlich triggernd -, ist hier der Link: In Liebe, Hope)

Dienstag, 9. August 2016

An das Gummistiefelmädchen

Du weißt, wie sehr ich dich liebe. Aber Gott, ich bin es leid. Ich bin es leid, mit einem Menschen befreundet zu sein, der all das hat, was ich nicht habe. Dem ich meine ganze Liebe schenke, der sagt, dass er mich liebt, aber mir so selten antwortet. Der mir "vorschreibt", mit dem ich Zeit verbringen darf und mit wem nicht, aber ich wehe, ich will mehr über deine Freunde erfahren. Verdammt, ich habe immer öfter das Gefühl, dass du mich ein kleines, dummes Kind behandelst. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch mitmachen kann.
Und jetzt, in diesem Moment, geht es mir beschissen, aber du bist nicht da und ich hasse dich dafür.

Sonntag, 3. Juli 2016

Suchtdruck

Ich bin im Entzug. In 10 Tagen hab ich die 9 Wochen abgeschlossen. Gestern hatte ich meinen Alkoholrückfall. Und jetzt schreit alles in mir nach dem Deo, das in meiner Schublade liegt. Ich habe Angst.
Aber immerhin lebe ich noch.

Sonntag, 20. März 2016

Angespannt

Bin permanent angespannt. Will rauchen, trinken, heulen, kotzen, fressen, hungern, schreien, irgendwas kaputt machen, Deo schnüffeln, Tabletten schlucken, mir egal. Hauptsache, es hört auf. Diese Anspannung. Diese Angst, dass bald alles vorbei sein wird.

Bildergebnis für elfenbeinturm prinz pi



Samstag, 19. März 2016

Verwährt

Würde so viel dafür geben, dass Alkohol meine Kehle herunterfließt, Deo in meine Lungen dringt und ich dich bei mir habe. Aber wie immer bleibt mir alles verwährt.

Freitag, 11. März 2016

Benommen/Genommen

Jeden Tag wird mir mehr genommen. Das Sternenmädchen hat mich verlassen, so getan, als wäre ich daran schuld (Bin ich das? Bin ich das nicht? Ich habe keine Ahnung)
Mit jedem Tag klammere ich mich mehr und mehr an das Narbenmädchen, mit dem ich - endlich - zusammen bin. Wenn sie da ist, wird in meinem Kopf ruhig. Oder zumindest ruhiger. Die letzte Male habe ich trotzdem geheult, wieder und wieder.
Meine Therapeutin will mich wegen meiner Deosucht und meines (dazugekommenen) Alkoholproblems in eine Entzugsklinik schicken. Vor kurzem haben wir endlich einen sehr wichtigen Grund für mein Verhalten gefunden - meinen verloren Zwilling.
Aber den habe ich jetzt auch verloren. Er wurde mir genommen. Wieder mal.
Und seitdem ertrage ich alles noch viel weniger.
Ich bin fast durchgehend benommen, benebelt, versuche, alles, um besser mit allem klar zu kommen.
Aber wie schon Prinz Pi sagte: "Mein Herz ist nie besoffen, auch, wenn die Beine torkeln"
Und verdammt, es ist so wahr.

Montag, 14. Dezember 2015

Klinge in der Zigarettenschachtel

"Hast du vielleicht mal 'ne Zise für mich?" Ich nicke, reiche dem Jungen mit den krassen Augen meine Zigarettenschachtel. Er bedankt sich, nimmt sich eine Zigarette raus. Dann bemerkt er die Klinge, die ich in den Deckel der Schachtel gelegt habe, sieht kurz nach, was genau es ist, klappt die Schachtel dann wieder zu und gibt sie mir kommentarlos zurück. Für einen Moment denke ich darüber nach, zu sagen Das ist 'ne Klinge, falls du das nicht kennst., entscheide mich dann aber dagegen. Er hat die Klinge gesehen und sagt nichts? 
Die Sache mit der Klinge ist einfach nur...eine Art Absicherung. Ich schneide mich seltener, ja, komme ein bisschen besser mit dem Druck klar, aber ich fühle mich einfach sicherer, wenn ich jederzeit eine Klinge griffbereit habe. Nur für den Fall. Nicht mehr.
Ich gebe zu, ich habe mir gewünscht, dass ich auf die Klinge angesprochen werde. Von dem Jungen mit den krassen Augen oder von irgendeinem anderen aus der Gruppe, es ist nicht das erste Mal, dass ich ihnen seelenruhig die Schachtel in die Hand drücke. Nicht, weil ich Aufmerksamkeit suche. Ich habe nur das Gefühl, dass sie Bescheid wissen müssen, so seltsam das auch klingt. Ich habe das Gefühl, sie zu belügen, wenn ich es ihnen nicht erzähle, auch, wenn es vermutlich nicht mal Sinn macht.
Ich habe zwar dem Kiffer zwar alles erzählt (von der Klinik, meiner Essstörung, meinem SVV, meinen zwei Suizidversuchen), aber seine Reaktion war ziemlich...enttäuschend, irgendwie gleichgültig, aber ich schiebe es weiterhin darauf, dass er total bekifft war.
Das alles macht nicht mal Sinn, dass ich mich wie eine Lügnerin fühle, einfach, weil sie es nicht wissen, was mit mir nicht alles nicht stimmt, aber...vielleicht weiß ja trotzdem jemand, was ich meine.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Ende [Ein etwas anderer Post]

Wut. Hass. Dunkelheit. Frust. So viele, dunkle, dumpfe, schwere Gefühle. Erdrückend. Schwarz. Wie meine Haare, wenn auch gefärbt. Wie meine Klamotten. Wie mein Make-Up. Wie mein Nagellack. Wie mein Herz. Wie meine Seele. Wie mein ganzes, verdammtes Leben.
Wut. Hass. Dunkelheit. Frust. Jeden Tag dasselbe. Jahr für Jahr. Monat für Monat. Woche für Woche. Tag für Tag. Stunde für Stunde. Minute für Minute. Sekunde für Sekunde. Ihretwegen.
Wut. Hass. Dunkelheit. Frust. Das wird das Ende sein. Ihr Ende. Mein Ende. Das Ende aller, die je existiert haben, zumindest in meinem dunklen, dumpfen, schweren, erdrückenden, schwarzen Universum.
Wut. Hass. Dunkelheit. Frust. Schwarz. Wie der Griff des kleinen Taschenmessers in meiner Hand, das ich immer wieder sanft über meinen Arm fahren lasse, ohne, dass Blut fließt.
Wut. Hass. Dunkelheit. Frust. Ich drücke ein wenig fester, nur minimal. Aber es reicht, um meine Haut oberflächlich aufzuschneiden. Kleine, feine Blutperlen ruhen auf meiner Haut, ihr Anblick ist irgendwie beruhigend. Ich wische das Blut weg, lege das Messer beiseite.
Wut. Hass. Dunkelheit. Frust. Schwarz. Wie die kleine Pistole in meiner Jackentasche. Langsam ziehe ich sie heraus, entsichere sie. Kurz durchatmen, dann voller Wucht erst die Tür der Toilettenkabine, dann die Tür zum Foyer aufstoßen. Das Ende. Das wird das Ende sein. Ich schreie, schieße wild um mich. Es ist mir egal, wen ich treffe. Sie alle sind schuld. Alle. Überall ist Angst, Panik, Geschrei, Blut. Es gefällt mir. Ich kann sie kontrollieren. Töten. Ich kann tun und lassen was ich will. Und das tue ich auch. Kontrollieren. Töten. Erst sie, dann mich. Es knallt laut, als ich mir in den Kopf schieße. Und noch etwas hat geknallt. Damals vor vielen, vielen Jahren. Oder wird es erst passieren? Urknalltheorie. Mein Ende ist etwas anderes für euch und euer Universum: Der Anfang.



Ich probiere mich gerade ein wenig aus, was meine Texte, die eigentlich nicht für blogger gedacht sind, aus und wollte eure Meinung hören. Zum Vergleich sind hier meine beide Fanfiktion.de Accounts:
thedream
mitternachtssonne

Montag, 7. Dezember 2015

Suizid

Immer wieder diese Buchstabenkombinationen in meinem Kopf.

Suizid




Selbstmord




Freitod



Suicide



Sich umbringen 




Kill myself




Abschiedsbrief




Suicide note


Wieder und wieder hämmern sich diese Worte in meinen Kopf, unaufhörlich. Wann wird es aufhören? Wenn ich es tue? 

Sonntag, 6. Dezember 2015

Winter

Winter.
Ich habe den Winter immer geliebt.
Dann lief alles schief.
Im Winter 2013/2014 bin ich das erste Mal richtig tief in meine Essstörung gerutscht.
Im Winter 2014/2015 fingen meine Suizidgedanken an, im Winter 2015 war mein erster Selbstmordversuch (auch, wenn den meine Psychiaterin und meine Kunsttherapeutin den nicht so ganz ernst genommen haben)
Ich hatte gehofft, dass diesen Winter alles besser wird.
Oder zumindest ein Teil.
Aber jetzt wird es kälter.
Ich greife (wieder) öfter zum Deo, zum Alkohol, zur Klinge.
Und ich merke, wie die Gedanken der Essstörung wiederkommen.
Ich will wieder hungern.
Dünn sein.
Mich schön(er) fühlen.
Nicht mehr essen, tagelang.
Sehen, wie ich abnehme.
Doch das Schlimmste ist:
Nichts davon wird passieren.










Sternenkind

Ich hasse dich - Verlass mich nicht

Freitag, 4. Dezember 2015

Heartbreaking

(Ignoriert einfach sämtliche Grammatikfehler. Es fällt mir manchmal irgendwie leichter, auf Englisch zu schreiben, da interessieren mich die Grammatikfehler nicht wirklich.)

I'm sad again. I don't know why. Everything's heartbreaking.
The way the smoker turns around to look if the pothead is coming. The way his blue eyes are glowing for a moment. The way he smokes, laughs, talks - to everyone, but me. The way the pothead walks, nods to greet me without saying a word. The moment when they leave to smoke pot. The moment I stand there alone, kinda lost. The hope I have when I try to see one of those guys - no matter who - because I know it makes me feel a bit better although it doesn't make sense.
I'm sad again. I don't know why. Everything's heartbreaking.
The way they ask me for a cigarette. The way they all stand around me, talking, laughing, seeming happy while I don't say anything, try to be a part of  something - of their group. I listen to them, watch them, try to remember every detail, just in case it'll be important one day. But no matter how hard I try to talk to them or to get accepted or something else, I fail. Sometimes, I think they've finally accepted me absolutely. When they give me their hands to greet me. When they ask what's my next lesson. When they ask me what I'm doing after school. When they call me by my name. When they look at me, just for a second. All these little things mean so much to me, it's pathetic.
I'm sad again. I don't know why. Everything's heartbreaking.
The thought that the scargirl will be back today. Even the thought that made me happy for such a long time is breaking my heart. I'm sick of having a heart which breaks so easily.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Dunkelrotes Blut

Ich sehe das Gummistiefelmädchen an, erzähle ihr, dass mich zurzeit nichts triggert, während mein Arm pocht. Sie sagt, dass doch gut sein. Ich stimme zu, wieder und wieder. Doch der wichtigste Teil - Aber das heißt auch, dass dieses Hoch wieder enden wird - und auch der zweitwichtigste Teil - Und zwar schon bald, sehr, sehr bald - bleiben mir im Hals stecken. Ich habe Angst davor, es auszusprechen, irgendwie. Genauso sehr, wie ich Angst davor habe, dem Gummistiefelmädchen zu sagen, dass ich mich gut eine halbe Stunde zuvor geschnitten hatte.

Ich packe die Klinge aus, schiebe den Ärmel hoch, atme kurz tief durch und setze dann, während mein Arm über der Toilettenschüssel schwebt, die Klinge an. Wieder und wieder. Fast lächelnd sehe ich dabei zu, wie dunkelrotes Blut aus meiner Haut tritt und dann, nach einem kurzen Moment, in dem es aus meinem Arm ruht, ihn langsam herunterrinnt. Ein Schnitt hier. Einer da. Wieder und wieder. Oberflächlich. Tief. Tiefer. Ein Tropfen Blut vermischt sich mit dem Wasser unter meinem Arm. Und noch einer. Das Blut, das aus mir heraustritt, ist dunkler als sonst, aber vielleicht liegt es nur am Licht. Und eben dieses Blut vermischt sich mit dem Wasser, färbt es hellrosa, dann immer dunkler, je mehr Blut hineintropft. Alles in mir schreit, mir den kompletten Arm aufzuschneiden und anschließend den anderen, alles aus mir heraus zu bluten. Aber ich reiße mich zusammen. Immerhin denken alle, ich bin nur pinkeln, also darf ich nicht zu lange weg sein. Also wickle ich schweren Herzens etwas Klopapier um die blutenden Schnitte, befestige es mit zwei Haargummis - wie ich es in letzter Zeit immer wieder getan habe -, packe die Klinge wieder ein und verlasse dann die Kabine .

Den ganzen Tag über pocht mein Arm, schmerzt irgendwie. Die Haargummis pressen sich in meine Haut, drücken mein Blut ab. Trotzdem zwinge ich mich wieder zum Lachen, versuche verzweifelt, mich abzulenken. Am Ende muss ich es einfach aufschreiben. Meine Sitznachbarin sieht, dass ich es auf Englisch schreibe und fragt, ob sie ihn lesen darf. Warum auch immer sage ich Ja. Irgendwie fühlt es sich gut an. Aber irgendwie auch nicht.

Samstag, 28. November 2015

Widersprüchlich

Ich starre die Bilder von blutenden und/oder vernarbten Armen und Beinen, von abgemagerten Körpern an und fühle nichts. Es triggert mich nicht. Kein bisschen. Heißt das, dass ich langsam gesund werde? Oder ist das nur eine Phase? Eine Ausnahme, weil ich eigentlich sehr leicht getriggert werde? Ich bin verwirrt. Und obwohl es mir zurzeit unglaublich gut geht und ich diese Zeit auch wirklich genieße, in vollen Zügen sogar, habe ich auch ein bisschen Angst davor. Es ist so ungewohnt. Ich vermisse die vertraute, graue Zeit. Einfach, weil ich es gewohnt bin. Vielleicht versuche ich deshalb zwanghaft, mich zu triggern, um zumindest für einen kurzen Moment dieses Vertraute wieder zu haben. Vielleicht habe ich auch einfach nur Angst, weil ich weiß, dass auf Höhen nun mal irgendwann Tiefen folgen und ich nicht wieder die vertraute, graue Zeit will. Das ist so abgefuckt. So verdammt widersprüchlich. Ich bin verwirrt.

Montag, 23. November 2015

Hauthunger

Mein Kopf schreit.
Nach meinem verlorenen Zwilling.
Nach dem Sternenkind.
Nach dem Narbenmädchen.
Nach der Gesellschaft des Rauchers und des Kiffers.
Nach Liebe.
Nach meinem Wolfsjungen.
Nach Deo.
Nach Klingen.
Nach Blut, das an meinem Arm herunter läuft.
Nach Alkohol.
Nach dem Leichtigkeitsgefühl, das man hat, wenn man viel abgenommen hat.
Nach Hunger.
Nach Haut - Hauthunger.
Hauthunger.
Ja.
Ich habe das Gefühl, niemals genug fremde Haut an meiner spüren zu können.
Hauthunger.
Eine Ursache eines verlorenen Zwillings.
Gott, ich vermisse ihn.
Schreibe wieder und wieder Briefe an ihn und hasse mich dafür.
Hauthunger.
Wann wird es aufhören?
Vermutlich niemals.
Mein Kopf schreit.

Samstag, 21. November 2015

Gewicht

TRIGGERWARNUNG

40,0. Diese Zahl steht auf der Waage. Minus 800 Gramm, weil ich einen Bademantel anhabe, mit meinem Handy in der Tasche, sind 39,2. Ich wiege 38,x, so viel ist sicher. Die letzten zwei Tage habe ich zwanghaft und unter Schmerzen meinen Mageninhalt in mir drin behalten, war seit gestern Mittag nicht mehr pinkeln und habe vor dem Wiegen extra getrunken. Hinzu kommt, dass ich gestern zusätzlich gegessen habe, um mein Gewicht ein bisschen hoch zutreiben. Damit sich meine Mutter keine Sorgen macht. Damit ich nicht in die Klinik muss. Damit ich den Kontakt zu meinen neuen Freunden nicht verliere. "Das kann nicht sein", sage ich zu meiner Mutter und sie stimmt mir zu.
Später unterhalten wir uns darüber, nur kurz. Sie sagt, dass das wirklich seltsam ist. "Du hast ja gestern auch verhältnismäßig sehr viel gegessen.", sagt sie. Ich nicke, mein Magen zieht sich zusammen, aber vor Freude. Ich esse und esse und nehme dennoch ab. Mir geht es gut dabei. So verdammt gut. Sie fragt, ob ich mehr geraucht habe, gestresst bin. "Gestresst bin ich,", sage ich, "aber ich rauch nicht mehr als sonst." Ob der zweite Teil stimmt, weiß ich gar nicht so genau. Durch meine neuen Freunde - den Raucher, den Kiffer, den Musiker, den Rest - werden meine Schachteln schneller leer. Teils, weil ich in der Pause mehr rauche, um länger Zeit mit ihnen zu verbringen (dafür rauche ich nach der Schule weniger, deswegen denke ich, dass sich das ausgleicht), teils, weil sie ständig schnorren.

Als ich mich umziehe, starre ich meinen Körper an, streiche über die zwei kleinen Narben an meinem Bauch, kratze die langsame verheilenden Schnitte an meinem Oberschenkel so lange, bis es rot wird und starre immer wieder meine Arme an. So viele Schnitte sind dazu gekommen - und meine Mutter weiß es nicht. Ich habe Angst. Will sie nicht enttäuschen. Nicht schon wieder.

Ich wiege 38,x, so viel ist sicher, aber ich kann es meiner Mutter nicht sagen, weil ich sie nicht enttäuschen will.