40,0. Diese Zahl steht auf der Waage. Minus 800 Gramm, weil ich einen Bademantel anhabe, mit meinem Handy in der Tasche, sind 39,2. Ich wiege 38,x, so viel ist sicher. Die letzten zwei Tage habe ich zwanghaft und unter Schmerzen meinen Mageninhalt in mir drin behalten, war seit gestern Mittag nicht mehr pinkeln und habe vor dem Wiegen extra getrunken. Hinzu kommt, dass ich gestern zusätzlich gegessen habe, um mein Gewicht ein bisschen hoch zutreiben.
Später unterhalten wir uns darüber, nur kurz. Sie sagt, dass das wirklich seltsam ist. "Du hast ja gestern auch verhältnismäßig sehr viel gegessen.", sagt sie. Ich nicke, mein Magen zieht sich zusammen, aber vor Freude. Ich esse und esse und nehme dennoch ab. Mir geht es gut dabei. So verdammt gut. Sie fragt, ob ich mehr geraucht habe, gestresst bin. "Gestresst bin ich,", sage ich, "aber ich rauch nicht mehr als sonst." Ob der zweite Teil stimmt, weiß ich gar nicht so genau. Durch meine neuen Freunde - den Raucher, den Kiffer, den Musiker, den Rest - werden meine Schachteln schneller leer. Teils, weil ich in der Pause mehr rauche, um länger Zeit mit ihnen zu verbringen (dafür rauche ich nach der Schule weniger, deswegen denke ich, dass sich das ausgleicht), teils, weil sie ständig schnorren.
Als ich mich umziehe, starre ich meinen Körper an, streiche über die zwei kleinen Narben an meinem Bauch, kratze die langsame verheilenden Schnitte an meinem Oberschenkel so lange, bis es rot wird und starre immer wieder meine Arme an. So viele Schnitte sind dazu gekommen - und meine Mutter weiß es nicht. Ich habe Angst. Will sie nicht enttäuschen. Nicht schon wieder.
Ich wiege 38,x, so viel ist sicher, aber ich kann es meiner Mutter nicht sagen, weil ich sie nicht enttäuschen will.
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