Montag, 7. Dezember 2015

Suizid

Immer wieder diese Buchstabenkombinationen in meinem Kopf.

Suizid




Selbstmord




Freitod



Suicide



Sich umbringen 




Kill myself




Abschiedsbrief




Suicide note


Wieder und wieder hämmern sich diese Worte in meinen Kopf, unaufhörlich. Wann wird es aufhören? Wenn ich es tue? 

Sonntag, 6. Dezember 2015

Winter

Winter.
Ich habe den Winter immer geliebt.
Dann lief alles schief.
Im Winter 2013/2014 bin ich das erste Mal richtig tief in meine Essstörung gerutscht.
Im Winter 2014/2015 fingen meine Suizidgedanken an, im Winter 2015 war mein erster Selbstmordversuch (auch, wenn den meine Psychiaterin und meine Kunsttherapeutin den nicht so ganz ernst genommen haben)
Ich hatte gehofft, dass diesen Winter alles besser wird.
Oder zumindest ein Teil.
Aber jetzt wird es kälter.
Ich greife (wieder) öfter zum Deo, zum Alkohol, zur Klinge.
Und ich merke, wie die Gedanken der Essstörung wiederkommen.
Ich will wieder hungern.
Dünn sein.
Mich schön(er) fühlen.
Nicht mehr essen, tagelang.
Sehen, wie ich abnehme.
Doch das Schlimmste ist:
Nichts davon wird passieren.










Sternenkind

Ich hasse dich - Verlass mich nicht

Freitag, 4. Dezember 2015

Heartbreaking

(Ignoriert einfach sämtliche Grammatikfehler. Es fällt mir manchmal irgendwie leichter, auf Englisch zu schreiben, da interessieren mich die Grammatikfehler nicht wirklich.)

I'm sad again. I don't know why. Everything's heartbreaking.
The way the smoker turns around to look if the pothead is coming. The way his blue eyes are glowing for a moment. The way he smokes, laughs, talks - to everyone, but me. The way the pothead walks, nods to greet me without saying a word. The moment when they leave to smoke pot. The moment I stand there alone, kinda lost. The hope I have when I try to see one of those guys - no matter who - because I know it makes me feel a bit better although it doesn't make sense.
I'm sad again. I don't know why. Everything's heartbreaking.
The way they ask me for a cigarette. The way they all stand around me, talking, laughing, seeming happy while I don't say anything, try to be a part of  something - of their group. I listen to them, watch them, try to remember every detail, just in case it'll be important one day. But no matter how hard I try to talk to them or to get accepted or something else, I fail. Sometimes, I think they've finally accepted me absolutely. When they give me their hands to greet me. When they ask what's my next lesson. When they ask me what I'm doing after school. When they call me by my name. When they look at me, just for a second. All these little things mean so much to me, it's pathetic.
I'm sad again. I don't know why. Everything's heartbreaking.
The thought that the scargirl will be back today. Even the thought that made me happy for such a long time is breaking my heart. I'm sick of having a heart which breaks so easily.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Dunkelrotes Blut

Ich sehe das Gummistiefelmädchen an, erzähle ihr, dass mich zurzeit nichts triggert, während mein Arm pocht. Sie sagt, dass doch gut sein. Ich stimme zu, wieder und wieder. Doch der wichtigste Teil - Aber das heißt auch, dass dieses Hoch wieder enden wird - und auch der zweitwichtigste Teil - Und zwar schon bald, sehr, sehr bald - bleiben mir im Hals stecken. Ich habe Angst davor, es auszusprechen, irgendwie. Genauso sehr, wie ich Angst davor habe, dem Gummistiefelmädchen zu sagen, dass ich mich gut eine halbe Stunde zuvor geschnitten hatte.

Ich packe die Klinge aus, schiebe den Ärmel hoch, atme kurz tief durch und setze dann, während mein Arm über der Toilettenschüssel schwebt, die Klinge an. Wieder und wieder. Fast lächelnd sehe ich dabei zu, wie dunkelrotes Blut aus meiner Haut tritt und dann, nach einem kurzen Moment, in dem es aus meinem Arm ruht, ihn langsam herunterrinnt. Ein Schnitt hier. Einer da. Wieder und wieder. Oberflächlich. Tief. Tiefer. Ein Tropfen Blut vermischt sich mit dem Wasser unter meinem Arm. Und noch einer. Das Blut, das aus mir heraustritt, ist dunkler als sonst, aber vielleicht liegt es nur am Licht. Und eben dieses Blut vermischt sich mit dem Wasser, färbt es hellrosa, dann immer dunkler, je mehr Blut hineintropft. Alles in mir schreit, mir den kompletten Arm aufzuschneiden und anschließend den anderen, alles aus mir heraus zu bluten. Aber ich reiße mich zusammen. Immerhin denken alle, ich bin nur pinkeln, also darf ich nicht zu lange weg sein. Also wickle ich schweren Herzens etwas Klopapier um die blutenden Schnitte, befestige es mit zwei Haargummis - wie ich es in letzter Zeit immer wieder getan habe -, packe die Klinge wieder ein und verlasse dann die Kabine .

Den ganzen Tag über pocht mein Arm, schmerzt irgendwie. Die Haargummis pressen sich in meine Haut, drücken mein Blut ab. Trotzdem zwinge ich mich wieder zum Lachen, versuche verzweifelt, mich abzulenken. Am Ende muss ich es einfach aufschreiben. Meine Sitznachbarin sieht, dass ich es auf Englisch schreibe und fragt, ob sie ihn lesen darf. Warum auch immer sage ich Ja. Irgendwie fühlt es sich gut an. Aber irgendwie auch nicht.

Samstag, 28. November 2015

Widersprüchlich

Ich starre die Bilder von blutenden und/oder vernarbten Armen und Beinen, von abgemagerten Körpern an und fühle nichts. Es triggert mich nicht. Kein bisschen. Heißt das, dass ich langsam gesund werde? Oder ist das nur eine Phase? Eine Ausnahme, weil ich eigentlich sehr leicht getriggert werde? Ich bin verwirrt. Und obwohl es mir zurzeit unglaublich gut geht und ich diese Zeit auch wirklich genieße, in vollen Zügen sogar, habe ich auch ein bisschen Angst davor. Es ist so ungewohnt. Ich vermisse die vertraute, graue Zeit. Einfach, weil ich es gewohnt bin. Vielleicht versuche ich deshalb zwanghaft, mich zu triggern, um zumindest für einen kurzen Moment dieses Vertraute wieder zu haben. Vielleicht habe ich auch einfach nur Angst, weil ich weiß, dass auf Höhen nun mal irgendwann Tiefen folgen und ich nicht wieder die vertraute, graue Zeit will. Das ist so abgefuckt. So verdammt widersprüchlich. Ich bin verwirrt.

Montag, 23. November 2015

Hauthunger

Mein Kopf schreit.
Nach meinem verlorenen Zwilling.
Nach dem Sternenkind.
Nach dem Narbenmädchen.
Nach der Gesellschaft des Rauchers und des Kiffers.
Nach Liebe.
Nach meinem Wolfsjungen.
Nach Deo.
Nach Klingen.
Nach Blut, das an meinem Arm herunter läuft.
Nach Alkohol.
Nach dem Leichtigkeitsgefühl, das man hat, wenn man viel abgenommen hat.
Nach Hunger.
Nach Haut - Hauthunger.
Hauthunger.
Ja.
Ich habe das Gefühl, niemals genug fremde Haut an meiner spüren zu können.
Hauthunger.
Eine Ursache eines verlorenen Zwillings.
Gott, ich vermisse ihn.
Schreibe wieder und wieder Briefe an ihn und hasse mich dafür.
Hauthunger.
Wann wird es aufhören?
Vermutlich niemals.
Mein Kopf schreit.