Montag, 21. November 2016

Solange ich das kann

Klar geht es mir gut.
Solange ich noch lachen, mich zum Lächeln zwingen kann.
Solange ich gegen meine Tränen ankämpfen kann.
Solange ich die frischen Schnitte verstecken kann.
Solange ich den Leuten ins Gesicht sehen, ihnen sagen kann Hey, hier bin ich und ich leide gerade ein bisschen und bräuchte mal jemanden, aber das ist ja auch egal, das ist schon okay so und die Leute so tun, als hätten sie nichts gehört.
Solange ich nächtelang nicht richtig schlafe, weil mein Kopf mich wach hält, und am nächsten Tag trotzdem weitermachen kann, als wäre nichts gewesen.
Solange ich meine Traurigkeit aufs klischeehafte Müde sein schieben kann.
Solange ich abnehme, mein Gewicht zumindest halte, obwohl ich "normal" esse.
Solange ich gegen den Drang ankämpfe, jemandem zu schreiben, wie beschissen es mir geht.
Solange ich meinen Schmerz ignorieren kann.
Ja, solange ich all das kann, geht es mir gut.
Die Frage ist nur, wie lange das noch gut geht.

Freitag, 11. November 2016

Es geht mir gut geht's mir schon lang nicht mehr

Melde mich auch mal wieder. Ich sollte wirklich wieder regelmäßiger bloggen...

Das Deo-Alkohol-Problem habe ich ziemlich gut im Griff. Seit drei Wochen nicht mehr getrunken, gestern zwar Deo geschnüffelt, aber war zuvor ca. 2 Wochen clean.

Aber

Ich verletze mich wieder (wesentlich öfter) selbst, meine Essstörung ist zurück, stärker denn je.
Die längste SVV-freie Zeit seit einigen Wochen beträgt drei Tage.
Ich bin längst wieder unter dem Wiedereinweisungsgewicht. Esse gar nicht oder stopfe alles in mich rein. Habe angefangen, Abführmittel zu nehmen. Und ja, ich weiß, wie schädigend das ist. Und ja, ich versuche, es möglichst nicht zu tun, aber an vielen Tagen gelingt es mir nicht.
Ich kämpfe. Tag für Tag. Meine Eltern wissen das, unterstützen mich, merken, dass ich mich selbstverletze, wissen aber nicht, wie es bezüglich meiner Essstörung ist und das macht mir Angst. Denn ich kann es relativ gut verheimlichen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es bald nicht mehr "gut genug" verheimlichen kann. 

Keine Ahnung, dieser Post macht nicht wirklich Sinn, aber ich werde ihn trotzdem posten. Vielleicht weiß ja trotzdem jemand, was ich meine.


Sonntag, 14. August 2016

Wie geht es dir? - Gut.

Wie geht es dir?
Gut.

Natürlich geht es mir gut. Je öfter ich es sage, desto mehr hoffe ich, dass es wahr wird. Dass der Placebo-Effekt eintritt, dass ich es selbst glaube und es mir wirklich gut geht. Es ist nicht mal unbedingt, dass ich andere mit meinen Problemen nicht belasten will - obwohl das auch ein Punkt ist -, ich will einfach nur, dass es mir gut geht. Mehr nicht.

Wie geht es dir?
Gut.

Aber es geht mir nicht gut.
Vor drei Wochen hatte ich nach ungefähr 3 Monaten einen SVV-Rückfall.
Und seitdem geht es bergab.
Ich schnüffle und trinke immer noch, aber inzwischen greife ich wieder öfter zur Klinge.
Früher haben Deo und Alkohol die Klinge ersetzt, jetzt ist es andersherum.
Und ich habe Angst. Angst, dass ich wieder komplett abstürze, denn ich habe (zusätzlich) wieder angefangen, Kalorien zu zählen. Während ich die eine Sucht durch eine andere ersetzte, kommt jetzt alles geballt auf mich eingestürzt, erdrückt mich, nimmt mir die Luft.
Ich will das nicht alles nochmal durchleben, vielleicht sogar noch schlimmer.

Wie geht es dir?
Gut.

Ich vermute, dass ich den Auslöser für all das kenne, aber eigentlich macht es das nicht besser.
Als ich auf JADE - also im Entzug -Wie  war, habe ich angefangen, wieder zu schreiben, habe damit eine Menge verarbeitet und das am Ende dann zu Hause abgetippt. Und das hat wohl den Absturz verursacht, denn einige Stellen sind ziemlich triggernd, auch, wenn ich wusste, worauf ich mich "einlasse". (Falls ihr Interesse habt, zu lesen - aber wie gesagt, es ist ziemlich triggernd -, ist hier der Link: In Liebe, Hope)

Dienstag, 9. August 2016

An das Gummistiefelmädchen

Du weißt, wie sehr ich dich liebe. Aber Gott, ich bin es leid. Ich bin es leid, mit einem Menschen befreundet zu sein, der all das hat, was ich nicht habe. Dem ich meine ganze Liebe schenke, der sagt, dass er mich liebt, aber mir so selten antwortet. Der mir "vorschreibt", mit dem ich Zeit verbringen darf und mit wem nicht, aber ich wehe, ich will mehr über deine Freunde erfahren. Verdammt, ich habe immer öfter das Gefühl, dass du mich ein kleines, dummes Kind behandelst. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch mitmachen kann.
Und jetzt, in diesem Moment, geht es mir beschissen, aber du bist nicht da und ich hasse dich dafür.

Sonntag, 3. Juli 2016

Suchtdruck

Ich bin im Entzug. In 10 Tagen hab ich die 9 Wochen abgeschlossen. Gestern hatte ich meinen Alkoholrückfall. Und jetzt schreit alles in mir nach dem Deo, das in meiner Schublade liegt. Ich habe Angst.
Aber immerhin lebe ich noch.

Sonntag, 20. März 2016

Angespannt

Bin permanent angespannt. Will rauchen, trinken, heulen, kotzen, fressen, hungern, schreien, irgendwas kaputt machen, Deo schnüffeln, Tabletten schlucken, mir egal. Hauptsache, es hört auf. Diese Anspannung. Diese Angst, dass bald alles vorbei sein wird.

Bildergebnis für elfenbeinturm prinz pi



Samstag, 19. März 2016

Verwährt

Würde so viel dafür geben, dass Alkohol meine Kehle herunterfließt, Deo in meine Lungen dringt und ich dich bei mir habe. Aber wie immer bleibt mir alles verwährt.

Freitag, 11. März 2016

Benommen/Genommen

Jeden Tag wird mir mehr genommen. Das Sternenmädchen hat mich verlassen, so getan, als wäre ich daran schuld (Bin ich das? Bin ich das nicht? Ich habe keine Ahnung)
Mit jedem Tag klammere ich mich mehr und mehr an das Narbenmädchen, mit dem ich - endlich - zusammen bin. Wenn sie da ist, wird in meinem Kopf ruhig. Oder zumindest ruhiger. Die letzte Male habe ich trotzdem geheult, wieder und wieder.
Meine Therapeutin will mich wegen meiner Deosucht und meines (dazugekommenen) Alkoholproblems in eine Entzugsklinik schicken. Vor kurzem haben wir endlich einen sehr wichtigen Grund für mein Verhalten gefunden - meinen verloren Zwilling.
Aber den habe ich jetzt auch verloren. Er wurde mir genommen. Wieder mal.
Und seitdem ertrage ich alles noch viel weniger.
Ich bin fast durchgehend benommen, benebelt, versuche, alles, um besser mit allem klar zu kommen.
Aber wie schon Prinz Pi sagte: "Mein Herz ist nie besoffen, auch, wenn die Beine torkeln"
Und verdammt, es ist so wahr.